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Viva la Vulva

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Ein Hoch auf deine Vulva!

Warum sie ein wahres Wunderwerk ist

Hast du schon mal was von “Viva la Vulva” – also dem Feiern der Vulva – gehört? Sicher sind auch dir im Netz bereits Bilder verschiedenster Stile sowie Mode, die das weibliche Geschlecht thematisiert, begegnet. Es gibt sogar vulvaformigen Schmuck oder Dekorationsartikel für die Wohnung, die von der Form der Vulva inspiriert sind. Was nach einem Trend aussieht, ist eine wichtige Bewegung. Deine Vulva ist ein wahres Wunderwerk und lässt sogar das männliche Pendant dumm aus der Wäsche schauen. Leider bekommt sie jedoch noch zu wenig Beachtung und Anerkennung – bis jetzt. Hier erfährst du alles, was du über dein Powerorgan wissen musst.

Ein Hoch auf deine Vulva!

Warum sie ein wahres Wunderwerk ist

Hast du schon mal was von “Viva la Vulva” – also dem Feiern der Vulva – gehört? Sicher sind auch dir im Netz bereits Bilder verschiedenster Stile sowie Mode, die das weibliche Geschlecht thematisiert, begegnet. Es gibt sogar vulvaformigen Schmuck oder Dekorationsartikel für die Wohnung, die von der Form der Vulva inspiriert sind. Was nach einem Trend aussieht, ist eine wichtige Bewegung. Deine Vulva ist ein wahres Wunderwerk und lässt sogar das männliche Pendant dumm aus der Wäsche schauen. Leider bekommt sie jedoch noch zu wenig Beachtung und Anerkennung – bis jetzt. Hier erfährst du alles, was du über dein Powerorgan wissen musst.

Vulva, Vagina, was?

Fangen wir erst einmal bei den Grundlagen an. Warum? Weil noch immer viel zu wenig Menschen den Unterschied zwischen Vulva und Vagina kennen. Und das obwohl den meisten von uns schon mindestens eine Vulva begegnet ist. Studien, wie beispielsweise die Erhebung von Eve Appeal mit 2.000 Teilnehmern*innen zeigen mehr als deutlich, wie unwissend wir auf diesem Gebiet sind: Denn nur die Hälfte der befragten Männer wusste, wo und was die Vagina ist, zwei Drittel konnten die Vulva nicht zuordnen. Bei Frauen sieht es leider nicht immer anders aus, auch wenn sie selbst Eigentümerinnen beider Regionen sind. Hier also mal eine kleine Auffrischung für dich oder diejenigen, die sich bei der Lokalisierung von Vulva und Vagina unsicher sind:

Als Vulva werden die äußeren Geschlechtsorgane bezeichnet. Dazu zählen unter anderem die Schamlippen, die Klitoris und der Venushügel.

Die Vagina ist das schlauchförmige innere Geschlechtsorgan, das den Muttermund und die Gebärmutter mit der Vulva verbindet. Sie kann zwischen 7,5 und 12,5 Zentimeter lang sein.

Penis oder Vagina

Beide Geschlechtsorgane sind sich ähnlicher, als du vielleicht denkst. Man könnte sogar guten Gewissens behaupten, dass es etwas wie Penisneid gar nicht geben kann, da Frauen in gewisser Weise auch einen Penis beziehungsweise Männer auch eine Vagina besitzen. Mann und Frau haben unzählige Schwellkörper, die auf Erregung reagieren. Beide haben einen Schaft und eine Vorhaut – bei den Frauen heißt es eben nur anders. Und beide wurden im Mutterleib erst einmal gleich gebildet. Denn die geschlechtsbildenden Proteine werden erst nach einiger Zeit durch Hormone produziert. Wir sind also von Beginn an gleich und finden unser Geschlecht erst später.

Die Vulva macht den Unterschied

Einen Vorteil haben wir Frauen den Männern gegenüber jedoch und das ist die Vulva. Denn sie dient, anders als der Penis und auch die Vagina, dem reinen Vergnügen. Yay! Sie soll uns sexuell stimulieren und das macht sie häufig auch ganz hervorragend. Die Motoren der Lust sind knapp 8.000 Nervenzellen, die deine Vulva zu einem Organ der absoluten Spitzenklasse machen. Der Penis schafft es hingegen nur auf 4.000 Nervenzellen, also die Hälfte – sorry, but not sorry guys. Kein Wunder also, dass bereits Shere Hite in den 70ern in ihrem Hite Report schrieb, dass circa 70 Prozent aller Frauen die klitorale Stimulation benötigen, um zum Höhepunkt zu kommen. Denn hier stecken die meisten Nervenzellen, die dich zum Beben bringen. Stumpfes Rein-Raus bringt bei den wenigsten Frauen den gewünschten Erfolg und das hat sich natürlich auch in den letzten 50 Jahren nicht geändert. Aber wie verschafft dir dieses Wunderwerk im besten Fall einen Höhepunkt nach dem anderen? Durch die Erregung schwellen die Drüsen hinter den Schamlippen und die Schwellkörperschenkel in deiner Vulva an. Dadurch wird der innen liegende Teil der Klitoris stärker herausgehoben und die Nervenenden sind leichter erreichbar. Das steigert dein Lustempfinden beim Sex erheblich und erklärt auch, warum du manches Mal nicht sehr viel spürst, wenn du noch nicht erregt genug bist.

Warum blieb die Vulva so lang unbeachtet?

Wir hoffen jetzt einfach mal, dass die Vulva von ihren Besitzerinnen auch über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg Beachtung bekam. Doch von der Wissenschaft wurde sie lange Zeit einfach ignoriert. Der Begriff der Vagina entstand bereits im 17. Jahrhundert, als man auf der Suche nach einer Bezeichnung für den Teil der Frau war, in den der Mann sein “Schwert” hinein steckte. Wenig kreativ, aber immerhin passend, wurde hier die Bezeichnung der Vagina geboren, was nichts anderes als Scheide auf Lateinisch bedeutet. Für den äußeren Bereich des weiblichen Geschlechtsteils wurde kein Begriff erdacht. Die sichtbaren und für den Mann nicht wichtigen Organe wurden also mit einem Mal unsichtbar. Und das sollte sich auch lange Zeit nicht ändern. Die weibliche Sexualität blieb noch Jahrhunderte im Verborgenen – Frauen dienten zur Fortpflanzung und Befriedigung des Mannes. Lebten sie ihre eigene Sexualität frei aus, wurden sie zumeist verurteilt. Auch deshalb ist die weibliche Lust heute im Vergleich zur männlichen so wenig erforscht. Wir wissen noch nicht einmal, wie genau die einzelnen Nervenzellen der Vulva die Reize ins Gehirn transportieren.

“Der Mann hat ein Sexualorgan. Die Frau hat ein Loch. Sie ist definiert durch eine Abwesenheit.”
Mithu Sanyal (Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin) im Stern-Interview

Meine Vulva, mein Spielplatz!

So und nicht anders solltest du deine Vulva, Vagina und alles, was dazu gehört, betrachten. Denn nur, wenn du dich auch hier wirklich gut kennst, wirst du selbstbewusster und hast mit dem richtigen Partner und einer gesunden Portion Selbstliebe besseren Sex. Doch leider scheuen sich noch zu viele Frauen davor, ihre Vulva zu erkunden. Dabei sollte jede Frau die Entdeckungstour genießen. Einfaches Erspüren und Tasten ist der erste Weg Dabei kannst du dich auch gern breitbeinig vor einen Spiegel setzen.Wenn du deinen Partner einbeziehen willst, kannst du das natürlich auch gern tun. Er oder sie wird sich freuen, deine Vulva etwas genauer zu erkunden. Dabei lernt ihr beide, welche “Knöpfe” bei dir gedrückt werden sollen, um Spaß zu haben. Und: Befriedige dich selbst! Das führt mit etwas Übung nicht nur zum Höhepunkt, sondern schafft auch eine Verbindung zwischen dir und deiner Vulva. Du bist dir nicht sicher, ob du eher klitoral oder vaginal zum Orgasmus kommst? Dann probiere es einfach aus. Du kannst so auch wunderbar und mit viel Spaß testen, wo genau du am empfindlichsten bist und was du liebst. Deine Vulva und deine Vagina werden es dir danken.

Ist deine Vulva schön?

Ja! So einfach ist die Antwort und trotzdem fragen sich immer wieder Frauen, ob ihre Vulva schön genug ist oder dem Standard entspricht. Selbst Schönheitsoperationen, bei denen die Schamlippen verkürzt werden, sind immer mehr im Trend. Dabei ist deine Vulva so einzigartig wie dein Fingerabdruck. Es ist vollkommen normal, dass sie anders aussieht als die von deinen Freundinnen und sich im Laufe des Lebens verändert. Wichtig ist nur, dass du deine Vulva akzeptierst. Denn verändern kannst du sie kaum. Bei Fragen rund um deine Vulva oder Vagina ist der Frauenarzt die beste Adresse. Solltest du dir wirklich unsicher über die Optik deiner Vulva sein, dann kannst du hier alle Ängste loswerden. Bei den regelmäßigen Kontrollen wird dich der Gynäkologe auch auf starke Veränderungen der Vulva aufmerksam machen. Damit deine und andere Vulven ihr Schattendasein beenden können, solltest du dich also vor allem gut kennen und akzeptieren. Es schadet aber auch nicht, wenn wir alle keinen Bogen mehr um den Begriff machen und aufhören, Verniedlichungen für unsere Vulva zu finden. Am Ende wird so auch die Gesellschaft geschult und offener für eigentlich vollkommen harmlose Themen, die zu lange ein Tabu waren.

geschrieben von Julia Burghardt

Sieh dir das Interview zum Thema an

Was sagst du dazu?

Wie stehst du zum offenen Umgang mit der weiblichen Sexualität? Thematisierst du deine Vulva mit deinem Partner oder deiner Partnerin? Was sollte sich für dich in der Gesellschaft ändern, damit wir alle offen miteinander sprechen? Wir freuen uns auf Kommentare, Inspirationen und Meinungen ganz unten in der Kommentarbox!


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1 comment

  • Ren: October 02, 2019

    Hi!
    Ich hab dich und deinen Stand auf der Comic Con Berlin gesehen und auch gleich deine Visitenkarte an meine Freundinnen weitergeleitet.
    Der Artikel gefällt mir sehr gut, weil du aussprichst, was leider ein Tabu Thema ist.
    Das schätze ich auch so an deiner Kunst. Obschon die Frau leichtbekleidet bis nackt dargestellt wird, ist sie niemals ein profanes Lustobjekt, sondern man merkt ihnen an, dass sie sich auf die kommende Lust freuen oder sie gerade genießen.
    Eine wirklich tolle Botschaft und glaubhaft zeichnerisch umgesetzt.
    Danke für den Artikel und “viva la Vulva!”

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