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Erotikcomics und die Darstellung der Frau

Erotikcomics und die Darstellung der Frau
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Es gibt Millionen von Fans erotischer Comics und wir von Kinky Karrot betrachten uns als zugehörig. Leider gibt es etwas, was uns an vielen Erotik-Comics stört - und zwar die Darstellung der Frau.
Im Folgenden teilt Kinky Karrot Künstlerin Marie Sann ihre Meinung zu diesem Theme und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Frauen als Sexobjekte

Wenn ich zu einem erotischen Comic-Buch greife, möchte ich natürlich sexuell unterhalten und eventuell sogar erregt werden. Ich möchte aber auch eine unterhaltsamen Geschichte geboten bekommen, mit Charakteren in die ich mich hineinversetzen und mit denen ich mitfiebern kann. Und genau das ist es, was vielen erotischen Graphic Novels fehlt.

Wenn ich mir einige Comics ansehe, habe ich das Gefühl, dass die Macher ihre ganze Aufmerksamkeit dem Design der Frauenfiguren widmen und dann nichts mehr für das Entwickeln einer soliden Handlung übrig bleibt.

Und das Design dieser Frauenfiguren ist sehr fragwürdig:
Weibliche Charaktere werden zu oft als bloße Sexobjekte dargestellt. Die meisten sehen gleich aus; haben große Brüste, lange Beine, helle Haut und eine Wespentaillie. Ich bin das so leid...

Fragwürdige Schönheitsideale
und Missbrauchsszenen

Diese Darstellungen setzen fragwürdige und gefährliche Schönheitsstandards. Es lässt die Leser glauben, dass dies die Merkmale eines "idealen" Frauenkörpers sind.

Darüberhinaus werden Frauen meistens in Situationen, in denen es absolut keinen Sinn macht, (fast) nackt gezeigt; sie neigen dazu, keine ausgeprägten individuellen Eigenschaften und Persönlichkeiten zu haben, und sie scheinen nur da zu sein, um die Aufmerksamkeit männlicher Leser auf sich zu ziehen.
Das muss geändert werden. Ganz zu schweigen von den sexuellen Missbrauchsszenen, die viele Leser anzusprechen scheinen - wo mir schlicht die Worte fehlen..!

Ist Verbesserung in Sicht?

Es gab Zeiten, in denen in Comics das Thema der sogenannten "Damsel in Distress" viel genutzt war: Eine hilflose Frau war in Nöten und der männliche Held führte alle nur erdenklichen Heldentaten aus, um diese vor dem Bösen zu retten. Die Rolle der Frau war hierbei dann entweder zu weinen oder nach Hilfe zu rennen - oder beides. Auf jeden Fall würde sie aber unheimlich sexy dabei aussehen.

Mit der Zeit änderten sich die Dinge und die weiblichen Charaktere gewannen an Bedeutung.
Dennoch - meistens waren sie nur als Sexobjekte zu sehen. Wenn sie als "starke Frau" dargestellt wurden, dann, indem sie in einem Hauch von Nichts gekleidet ein Auto reparieren oder perfekt schießen konnten.

Was wir brauchen

Es ist bekannt, dass die erotische Comic-Buchbranche von Männern dominiert wird. Wenn sich die Darstellung von Frauen in erotischen Comics nicht bald ändert, wird die Branche die weiblichen Leserinnen verlieren!

Was wir brauchen, ist ein realistischerer Frauentyp in den Comics, mit denen sich die (weiblichen) Leser identifizieren und von denen sie lernen können. Warum sie nicht als reifere und selbstbewusstere Frauen mit ausgeprägten individuellen Charaktereigenschaften und einem unverwechselbaren Aussehen darstellen..? Frauenfiguren, die ihre eigenen sexuellen Wünsche und Bedürfnisse haben, anstatt nur als Sexspielzeug benutzt zu werden!
Als Künstlerin sehe ich es als meine Aufgabe an, diese schreckliche Darstellung von Frauen nicht zu unterstützen. Ein kleiner Traum von mir ist es, eines Tages ein erotisches Comicprojekt für Kinky Karrot zu machen. Mal sehen, was die Zukunft bringt...

Rezensionen erotischer Comics

Auf dem Kinky Karrot Youtube-Kanal teile ich meine ehrliche Meinung zu sehr unterschiedlichen Arten von erotischen Graphic Novels (bisher leider nur auf Englisch).
Schau doch mal rein!

Jetzt bist du dran!

Erzähle uns in den Kommentaren weiter unten, was du von dem Thema der Darstellung der Frau in erotischen Comics hältst. Wir sind sehrauf deine Meinung gespannt.


Verfasser des Artikels: Marie Sann
Dir Abbildungen stammen aus dem Comic "Muse" von Terry Dosdon

*In all unseren Texten verwenden wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit die männliche Form. Sie bezieht sich jedoch auf Personen beiderlei Geschlechts als auch Inter- oder Transsexuelle (und überhaupt alle, denn wir lieben Gleichberechtigung! ).

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