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Body Positivity

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Schön schräg?

Wie du deinen Körper lieben lernst

Über 11 Millionen – so viele Beiträge tummeln sich auf Instagram mittlerweile unter dem Begriff #bodypositive. Der Social Media Hype wurde zu einem weltweiten Trend, der unser Denken veränderte. Doch um Body Positivity zu verstehen und im besten Fall selbst zu leben, müssen wir hinter den Deckmantel der Schönheit blicken.

Was ist eigentlich schön? Warum finden wir etwas schön? Und wie lernst du, dich selbst zu lieben?

Liegt Schönheit wirklich im Auge des Betrachters?

Was du schön findest, entscheidest du selbst. Stimmt das wirklich? Klar, wir entwickeln mit der Zeit gewisse Vorlieben – sei es für Frauen, Männer, Hundebabys oder Wohnungseinrichtung. Doch wie können wir selbst bestimmen, was wir schön finden und trotzdem schmachten alle denselben Schauspielern, Musikern oder eben Hunderassen nach? Ganz einfach: So selbstbestimmt sind wir in Sachen Schönheit eben doch nicht.


Was du schön findest, wird von drei verschiedenen Säulen geprägt: deinem Fortpflanzungstrieb, deinem Umfeld und deiner Kultur!


Auch wenn du gerade nicht mal hypothetisch ans Kinderkriegen denkst, tut es dein Unterbewusstsein. Es wird immer Menschen attraktiver finden, die Kraft und Gesundheit ausstrahlen. Denn nur sie scheinen “leistungsfähig” genug, um eine Familie zu gründen. Auch wenn dieses beinahe steinzeitliche Weltbild bei der Partnersuche nicht mehr im Vordergrund steht, entscheidet es noch immer, wen wir attraktiver finden.


Ein weiterer Faktor: dein Umfeld. Das sind in diesem Falle alle Einflüsse, die täglich auf dich einprasseln – sei es durch Social Media, Fernsehen, YouTube oder Plakate. Sie alle zeichnen ein bestimmtes, vermeintlich perfektes Bild, um möglichst viele Menschen anzusprechen. Und das gelingt eben häufiger über Einheitsmaße, die viele Personen als schön empfinden würden. Besonders häufig begegnet dir das in der Werbung, denn hier haben die Unternehmen ein Ziel: Sie wollen ihre Produkte nur mit gesunden und erfolgreichen Werbegesichtern in Verbindung bringen. Erst seit einiger Zeit, seit der Body Positivity-Bewegung, ändert sich dieses Bild.


Deine Kultur ist beinahe der wichtigste Faktor beim Schönheitsempfinden. Denn das Bild von Schönheit vereint meist einen ganzen Kulturkreis. Auch wenn es sich über die Jahrhunderte verändert, folgt es immer einem Muster: Wir finden schön, was wir nicht haben können.

Wie schön ist die Welt?

Dass wir zumindest teilweise dem Schönheitsideal unserer Kultur folgen, zeigen die aktuellen Trends der einzelnen Länder und Kontinente:


In Europa sind als allgemein schön empfundene Menschen eher schlank, sportlich und hellhäutig. Denn wer seinen Körper in einer Überflussgesellschaft im Griff hat, kann nur diszipliniert und erfolgreich sein – die zwei vermeintlich erstrebenswertesten Eigenschaften der Europäer.


Besonders in asiatischen Ländern gelten wiederum große Augen als schön. Die Augenform, die hier nicht natürlich angeboren ist, steht für Unschuld und Liebenswürdigkeit. Noch immer lassen sich vor allem Frauen die nicht vorhandene Lidfalte nachträglich per OP setzen, damit die Augen größer wirken.

In vielen TeilenAfrikas sind üppige Kurven erstrebenswert. In den meist sehr armen und traditionellen Ländern bedeutet üppige Frauen Reichtum und Wohlstand – denn Kurven deuten auch auf ausreichend Geld für eine gute Ernährung hin. Hier sind es vor allem die Frauen, die dieses Ideal anstreben.


Im amerikanischen Raum beeinflussen die Medien die Vorstellungen vom perfekten Körper. Frauen sollten hier eher kurvig, Männer definiert sein. Schönheitsoperationen sind nicht nur in Nord- sondern auch in Südamerika weit verbreitet, um vermeintliche Makel zu beseitigen.

Bedenkenswerter Fun Fact für dich:
Googelst du, welche Schönheitsideale weltweit gelten, wirst du beinahe ausschließlich Artikel finden, die die Schönheit der Frauen thematisieren. Männer scheinen sich zumindest im Netz diesen Idealen nicht so stark unterwerfen zu müssen.

Warum ist Body Positivity so schwierig?

Wenn das Schönheitsempfinden so komplex und von Land zu Land unterschiedlich ist, warum ist es dann nicht einfach, sich selbst schön zu finden? Im Inneren wissen wir doch, dass es unendlich viele unterschiedliche Menschen auf der Welt gibt. Sie begegnen uns täglich und wir würden (hoffentlich) niemals denken, dass eine Person nicht schön ist. Ein kleiner Makel? Ach, das macht die Person doch erst sympathisch. Doch warum fällt es so vielen Menschen schwer, sich selbst so entspannt und individuell zu sehen?

Auch, wenn wir wissen, dass kein Mensch perfekt sein muss oder kann, vergleichen wir uns permanent. Und das machen wir nicht etwa mit der Frau, die neben uns im Bus oder vor uns an der Kasse steht. Nein, wir vergleichen uns mit Kendall, Angelina und all den anderen. Warum? Weil sie uns häufiger begegnen als mit der Frau an der Kasse. Zwei- bis fünftausend Mal werden wir wöchentlich mit digital manipulierten Körpern im Netz, auf Wänden, Bildschirmen und Magazinen konfrontiert. Dass an denen kaum ein Pixel echt ist, können wir uns gar nicht immer ins Gedächtnis rufen. Und Artikel wie “Gewichtsschock! Diese Stars haben keine Strandfigur” oder “Top oder Flop – wem steht das Outfit besser?” machen es auch nicht besser. Medien vergleichen immer wieder, erschaffen sogar ein künstliches Bild einer perfekten Frau: „Der Taillenumfang sollte drei Viertel des Brustumfangs betragen. Der Hüftumfang ein Drittel größer sein als der der Taille. Die mathematisch perfekte Frau ist außerdem 1.68 Meter groß.”

Wie kann ich mich selbst lieben?

Dass Frauen von so viel Schönheit vollkommen verunsichert sind, zeigt eine Studie von Nivea. Hier kam Erschreckendes heraus: 9 von 10 Frauen verzichten auf Nahrung oder gefährden ihre Gesundheit, wenn sie sich nicht schön finden. Ebenso viele verzichten auf Freizeitaktivitäten, wenn sie sich nicht wohl in ihrer Haut fühlen. Die Zahlen klingen zwar unglaublich, aber beinahe jede Frau kennt genau diese Gedanken.


Was also tun für mehr Body Positivity? Klar ist, dass du nicht die Augen vor geschönter Werbung und vermeintlich perfekten Körpern verschließen kannst. Die gesellschaftlich Schönen werden dich dein ganzes Leben lang begleiten. Aber du kannst dich weniger angreifbar machen, indem du dich deinem Körper widmest. Hier geht Selbstakzeptanz vor Selbstoptimierung.

1: Sorge für deinen Körper

Body Positivity beginnt erst, wenn du deinen Körper nicht als formbares Etwas siehst, das du immer wieder an seine Grenzen bringen kannst. Werde dir bewusst, dass ein Körper Pflege braucht, um dir lange gute Dienste zu leisten. Nimm dir immer wieder Auszeiten, in denen du nur für dich sorgst.

2: Höre auf deinen Körper

Ein gesunder Körper sagt dir schnell, was er braucht. Du hast Appetit auf Schokolade? Dann iss sie und unterzieh dich nicht Zwängen, damit du keine 100 Gramm zunimmst. Bei ausgewogener Ernährung und einem gesunden Lebensstil, sagt dir dein Körper schnell, was er braucht, um glücklich zu sein. Kleiner Wohlfühltipp: Leg dich bequem auf eine Matte, die Couch oder das Bett, mach alles aus und höre auf deinen Körper. Höre, wie das Blut durch die Adern fließt, dein Herz schlägt und dein Atem deine Brust bewegt. Mehr bei dir sein kannst du kaum.

3: Schätze deinen Körper für seine Leistungen

Dein Körper lässt dein Herz täglich 100.000 Mal schlagen. Du kannst zur Straßenbahn rennen, schwere Taschen tragen und gehst jeden Tag auf beiden Füßen durchs Leben. Dass dein Körper das leistet, ist ein Wunder! Sei dir dessen bewusst. Du musst nicht ständig daran denken, dass andere Menschen dieses Glück eventuell nicht haben. Sei einfach froh, dass du einen so tollen Körper hast, der nur Großes leisten kann, wenn du ihn gut behandelst.

4: Vergiss Zahlen

Gut behandeln bedeutet auch, dass du genügend isst. Denn durch Diäten, einseitiges Essen oder zu wenig Nahrung wird dein Körper schwach und ungesund. Verbanne am besten deine Waage und höre nur auf dein Körpergefühl. Die Zahlen sagen sowieso nichts darüber aus, wie sehr dein Gewicht zu dir passt. Kilos sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich und setzen sich eben nicht nur aus Fett, sondern auch aus Muskeln zusammen.

5: Vergleiche dich nicht

Der wichtigste und wahrscheinlich schwierigste Tipp: Höre auf, dich mit anderen zu messen. Nicht nur optisch, sondern auch innerlich. Das, was du täglich von Menschen siehst, die du schlanker, klüger oder witziger als dich selbst findest, ist nur ein ganz kleiner Teil ihrer Persönlichkeit. Auch sie sind mal traurig oder haben ihr Päckchen zu tragen. Bleibe bei dir und höre auf dich. So erreichst du auch deine Ziele im Leben einfacher – denn du rennst niemandem hinterher, sondern gehst deinen eigenen Weg!

geschrieben von Julia Burghardt

Interview mit Elva Vintage

Elva ist ein plus-size Instagram-Model. Sie präsentiert sich selbstbewusst und stolz, obwohl sie nicht die sogenannten "perfekten Körpermaße" hat. Sieh dir in diesem Interview an, was Elva zum Thema Body-Positivity sagt.

Teile deine Erfahrungen mit uns!

Wie gehst du mit dem Thema Body Positivity um? Welche Rituale, Denkweisen oder Tipps helfen dir, um dich selbst schön zu finden? Schreibe uns in den Kommentaren ganz unten, welche Erfahrungen zu in Sachen Selbstliebe hast.


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